
a3m lgbtq+ risk map
Die Risk Map 2025 aus der Perspektive der LGBTQ+ Community
Als Unternehmen, das Risiken für Urlaubs- und Geschäftsreisende bewertet, stellen wir Länderdossiers zur Verfügung, die das Risiko für Reisende anhand von mehr als 80 Risikokriterien beurteilen. Ergänzend zu unserer jährlichen Risikokarte veröffentlicht A3M Global Monitoring dieses Jahr in Kooperation mit Diversity Tourism und ITB Berlin die LGBTQ+ Risk Map 2025, eine Weltkarte zur Einschätzung der Sicherheit für Reisende der LGBTQ+ Community.
Im Fokus stehen die sichersten wie auch die unsichersten Reiseländer, spannende Entwicklungen für LGBTQ+ Traveller, sowie Ergebnisse von Umfragen und Interviews mit Reiseexperte und Erfahrungen von Reisenden aus der Community.
LGBTQ+ Risikokarte 2025 herunterladen

Top 10 der sichersten Reiseländer für LGBTQ+ Reisende
Malta führt 2025 zum zehnten Mal in Folge die europäische Rainbow Map an und erreicht 88,8 %. Das Insel-Parlament verankerte 2014 eingetragene Partnerschaften, 2017 die Ehe, verbot 2016 Konversionstherapie und erlaubt die Eigenangabe des Geschlechts seit 2015. Neu sind ein LGBTQ+ Community-Zentrum in Valletta und kostenlose HIV-Tests. Sichtbare Regenbogenfahnen, wenig Hasskriminalität und weitgehend inklusive Hotellerie tragen zu einem ganzheitlich sichereren Reisen bei.
Island gilt als eines der sichersten Länder für LGBTQ+ Reisende, Grund dafür sind die rechtlichen Grundlagen, wie auch die Akzeptanz in der Gesellschaft. Seit 2023 ist Konversionstherapie komplett verboten, rechtliche Geschlechtsänderungen erfolgen per Eigenangabe, und gleichgeschlechtliche Ehen sind seit 2010 erlaubt. Polizeiberichte verzeichnen kaum Hassdelikte – selbst in ländlichen Gebieten. Reykjavík Pride und die bunte Barszene rund um die Laugavegur schaffen eine sichtbare, sichere Community.
Die Niederlande gehören seit Jahrzehnten zu den LGBTQ+ freundlichsten Ländern weltweit. Bereits 2001 wurde hier als erstes Land die gleichgeschlechtliche Ehe eingeführt. Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität ist gesetzlich verboten, Transpersonen können ihr Geschlecht und ihren Namen per Selbsterklärung ändern. Die Gesellschaft gilt als offen und inklusiv, auch in kleineren Städten. Amsterdam bietet eine besonders sichtbare Szene mit zahlreichen Bars, Events und der jährlich stattfindenden Canal Pride – einem Highlight im europäischen LGBTQ+-Kalender.
Kanada zählt zu den Ländern mit der umfassendsten Gleichstellung für LGBTQ+ Personen. Die Ehe für alle ist seit 2005 erlaubt, Adoptionsrechte gelten unabhängig von sexueller Orientierung. Transrechte sind weitreichend geschützt, inklusive medizinischer Versorgung und rechtlicher Anerkennung. Diskriminierung ist landesweit verboten, auch auf Provinzebene bestehen starke Schutzgesetze. Städte wie Toronto, Vancouver oder Montréal bieten eine lebendige, vielfältige Community, unterstützt durch politische Initiativen, inklusive Bildung und einer aktiven Zivilgesellschaft. Kanada gilt international als Vorbild für queerfreundliche Gesetzgebung und gesellschaftliche Akzeptanz.
Spanien zählt weltweit zu den Ländern mit den umfassendsten LGBTQ+ Rechten. Gleichgeschlechtliche Ehen sind seit 2005 erlaubt, Adoption ebenfalls. Transpersonen können ihr Geschlecht seit 2023 ab 16 Jahren ändern; Konversionstherapie ist verboten. Die umfassende Antidiskriminierungsgesetzgebung schützt Identität und Ausdruck auch im Alltag. Besonders in Städten wie Madrid, Barcelona oder Valencia ist die Community sichtbar, sicher und gut vernetzt. In ländlicheren Regionen kann die soziale Akzeptanz variieren, Hasskriminalität wird jedoch staatlich verfolgt. Die Kombination aus liberaler Gesetzgebung, gesellschaftlicher Offenheit und staatlicher Förderung macht Spanien zu einer der sichersten und inklusivsten LGBTQ+ Destinationen Europas.
Norwegen ist 2025 erneut in den weltweiten Top 10 der sichersten LGBTQ+-Destinationen. Gleichgeschlechtliche Paare können heiraten, adoptieren und sogar kirchlich getraut werden; Trans-Personen ändern ihr Geschlecht seit 2016 unkompliziert per Erklärung. Die Regierung fördert Pride-Events landesweit, allen voran Oslo Pride mit über 150 Veranstaltungen. Das Stadtleben ist offen inklusiv; Hasskriminalität wird sehr selten gemeldet und wenn doch, kann sie juristisch konsequent verfolgt werden.
Dänemark war 1989 weltweit das erste Land, das gleichgeschlechtliche Partnerschaften anerkannte – ein Meilenstein für LGBTQ+ Rechte. Seit 2012 sind auch Ehen vollständig gleichgestellt. Transpersonen können seit 2014 ihren Geschlechtseintrag ohne medizinische Eingriffe oder psychologische Gutachten ändern – ein fortschrittliches Selbstbestimmungsmodell. Diskriminierungsschutz ist gesetzlich verankert, auch das Gesundheitswesen ist auf queere Bedürfnisse eingestellt. In Städten wie Kopenhagen ist die Community in größeren und zentralen Stadtteilen sichtbar vertreten und gesellschaftlich akzeptiert. Die Copenhagen Pride zählt zu den wichtigsten LGBTQ+ Veranstaltungen Skandinaviens.
Uruguay gilt als LGBTQ+-Vorreiter Südamerikas: Entkriminalisierung seit 1934, Ehe und Adoption seit 2013 bzw. 2009 sowie ein umfassendes Transgesetz von 2018. Die Rechtslage ist daher äußerst liberal. Montevideo Pride füllt im September die Avenida 18 de Julio, und auch in Strandorten wie Punta del Este finden sichere Nachtleben-Optionen statt. Vereinzelt berichten Trans-Personen noch von Diskriminierung, doch Polizei und Ombudsstellen reagieren zunehmend sensibel. Insgesamt können Reisende ein sicheres und progressives Umfeld erwarten.
In Deutschland sind gleichgeschlechtliche Ehen seit 2017 vollständig rechtlich anerkannt, inklusive gemeinsamer Adoption. Der Diskriminierungsschutz ist im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geregelt und gilt in Bereichen wie Arbeit, Bildung und Wohnraum. Trans-, Inter- und nicht-binäre Personen können seit 2024 ihr Geschlecht und ihren Namen per Selbstauskunft ändern. Ein spezielles Amt auf Bundesebene fördert sexuelle und geschlechtliche Vielfalt. In Städten wie Berlin, Köln und Hamburg ist die Community gut vernetzt und sichtbar. Deutschland gilt als LGBTQ+ freundlich, auch wenn die gesellschaftliche Akzeptanz regional unterschiedlich stark ausgeprägt ist.
Trotz seiner geringen Größe verfügt Andorra über eine bemerkenswert progressive Gesetzeslage für LGBTQ+ Personen. Gleichgeschlechtliche Ehen sind ebenso erlaubt wie gemeinsame Adoptionen. Transpersonen können ihren Geschlechtseintrag ohne medizinische Voraussetzungen ändern, und lesbische Paare haben Zugang zu assistierter Reproduktion. Diskriminierung auf Basis sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität ist gesetzlich verboten, auch Hassdelikte werden strafrechtlich verfolgt. Die gesellschaftliche Akzeptanz wächst, unterstützt durch staatliche Bildungsmaßnahmen und eine zunehmende Präsenz der Community im öffentlichen Leben.
Top 10 der unsichersten Reiseländer für LGBTQ+ Reisende
Gleichgeschlechtliche Handlungen sind im Iran weiterhin explizit strafbar – für Männer drohen bis zu 100 Peitschenhiebe oder die Todesstrafe (§237 Strafgesetzbuch, speziell bei „Livat“). Transpersonen erhalten zwar gelegentlich staatlich unterstützt geschlechtsangleichende Operationen, die Einstellung großer Teile der Gesellschaft gegenüber Personen aus der LGBTQ+ Community ist jedoch überwiegend ablehnend, bis hin zu feindselig. Für Reisende besteht das höchste Risiko: schon der Verdacht auf Homosexualität kann sofortige Festnahme, Folter oder sogar Hinrichtung nach sich ziehen.
In Saudi-Arabien ist jede gleichgeschlechtliche Handlung nach der Scharia verboten – Strafen reichen von Gefängnis über Peitschenhiebe bis zur Todesstrafe, außerdem werden öffentliche Symbole oder Online-Kommunikation im Zusammenhang mit LGBTQ+ verfolgt. Reisende können bereits durch das Tragen von Regenbogen-Symbolen oder Kontakt über digitale Medien ins Visier der CPVPV (Sitten-Komitee) oder der Behörden gelangen, womit eine ständige Bedrohung einhergeht. Die Sicherheitslage für die LGBTQ+ Community ist daher äußerst gefährlich.
Im gesamten Gebiet Somalias sind gleichgeschlechtliche Beziehungen strafbar – in Regionen, in denen die Scharia gilt, kann dies mit dem Tod bestraft werden, andernorts laut nationalem Zivilrecht mit Haftstrafen bis zu drei Jahren. Auch in Regionen, in denen der Rechtsstaat nicht umfassend präsent ist oder durchgreifen kann, droht Personen der LGBTQ+ Community durch semi-staatliche und gesellschaftliche Akteure Verfolgung. Für Reisende besteht ein erhebliches Risiko, besonders außerhalb diplomatisch geschützter Zonen.
Im Jemen sind gleichgeschlechtliche Handlungen nach staatlichem und islamischem Recht verboten und können mit der Todesstrafe geahndet werden. Inmitten des anhaltenden Bürgerkriegs ist die Gewaltlage für LGBTQ+ Personen besonders bedrohlich – staatliche Willkür, Milizendruck und öffentliche Bestrafungen sind mittlerweile dokumentiert. Für Reisende ist das Land absolut ungeeignet, da selbst geringste Hinweise auf LGBTQ+ lebensgefährlich sein können.
Seit Mai 2023 verbietet das Anti-Homosexuality Act homosexuelle Handlungen und ahndet sie mit der Todesstrafe; Konsenspartner*innen droht lebenslange Haft. Das „Propagieren“ von LGBTQ+ kann mit bis zu 20 Jahren bestraft werden. Das Verfassungsgericht bestätigte diese Strafverschärfungen im April 2024. Es kommt immer wieder zu Festnahmen und Gewalt.
Seit der Machtübernahme durch die Taliban ist Afghanistan konstant in den untersten Bereichen von LGBTQ+ Indizes wiederzufinden. Homosexualität konnte bereits 2017 mit mehreren Jahren Haft bestraft werden, jedoch hat sich die Lage weiter zugespitzt und die Todesstrafe ist nun im Rahmen der Scharia anwendbar. Der Internationale Strafgerichtshof hat aufgrund der Verfolgung von LGBTQ+ Personen einen Haftbefehl gegen die Führung der Taliban ausgestellt.
Offiziell können homosexuelle Handlungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten unter dem Gesetz der Scharia mit langjährigen Haftstrafen geahndet werden. So werden auch homosexuelle Ehen nicht anerkannt und der Zugang zu LGBTQ+ Inhalten ist gesperrt. Einreiseeinschränkungen und -abweisungen können Personen erfahren, deren äußerliches Erscheinungsbild nicht mit dem im Ausweisdokument eingetragenem Geschlecht übereinstimmt.
Gleichgeschlechtliche Handlungen sind nach dem Sexual Offences Act oder dem Strafgesetzbuch mit bis zu lebenslanger Haft bedroht, bei Männern meist 30 Jahre bis lebenslang. Seit 2016 dokumentieren Menschenrechtsgruppen erzwungene „Anus-Untersuchungen“, Folter und willkürliche Verhaftungen. Onlineinhalte und Dating-Apps für LGBTQ werden zunehmend zensiert.
Malaysias Gesetze unterscheiden sich je nach Bundesstaat, doch in fast allen Bundesstaaten (außer Pahang und Selangor) sind gleichgeschlechtliche Handlungen eine Verletzung der Scharia und damit illegal. Die Strafmaßnahmen variieren und können von Geldstrafen bis hin zu Auspeitschungen gehen. Eine Todesstrafe gibt es jedoch nicht. In allen Bundesstaaten ist Männern das Tragen von Frauenkleidung verboten.
Pakistans Gesetze verbieten homosexuelle Handlungen und kriminalisieren sie mit Haftstrafen von zwei Jahren bis lebenslänglich. Zwar unterliegen homosexuelle Ehen und Partnerschaften keinem gesetzlichen Verbot, jedoch können gleichgeschlechtliche Paare aufgrund des Verbotes von homosexuellen Handlungen belangt werden. Die pakistanische Gesetzeslage ist in Bezug auf Änderung des sozialen Geschlechts seit 2018 liberal und erlaubt eine offizielle Änderung von Mann zu Frau und von Frau zu Mann.
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Entwicklungen des Jahres 2024/25
Während LGBTQ+ Rechte in den für ihre Mitglieder sichersten Reiseländern eine Geschichte des Erstreitens um Anerkennung durch Gesetzgebung vorausgeht, befinden sich andere Länder in einem Prozess der Transformation. In einigen Fällen werden Rechte für Mitglieder der LGBTQ+ Community eingeschränkt, in anderen Fällen werden Gesetze verankert, die juristisch ihre Communities schützen und damit die Grundlage sichern, Sichtbarkeit im öffentlichen Raum zu fördern, Hasskriminalität einzuschränken oder einfach LGBTQ+ als Ganzes zu normalisieren.
An dieser Stelle schauen wir auf nennenswerte Entwicklungen im Bereich der Gesetzgebungen, die seit April 2024 verabschiedet wurden und interessant für Reisende der LGBTQ+-Community sind:
Ausgewählte Länder mit positiver Entwicklung
Zwar bestehen auf Dominica wenig Rechte für LGBTQ+ Personen, was Schutz vor Hasskriminalität und Gleichstellung angeht, im April 2024 hob der oberste Gerichthof jedoch ein seit 1873 bestehendes Gesetz zur Kriminalisierung von Homosexualität auf, nachdem eine Klage über die Unvereinbarkeit des Gesetzes mit der Verfassung eingereicht worden war. Auf Dominica bestehen sonst keine Einschränkungen für Personen der LGBTQ+ Community, allerdings auch keine Schutzgesetze.
In Namibia bestehen wenige gesetzliche Schutzmechanismen für LGBTQ+-Personen, insbesondere im Hinblick auf Antidiskriminierung und Schutz vor Hasskriminalität. Vor und seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1990 galten homosexuelle Handlungen als kriminell, doch im Juni 2024 erklärte der High Court die Kriminalisierung gleichgeschlechtlicher Handlungen zwischen Männern für verfassungswidrig und hob die entsprechenden Gesetze auf. Bereits 2023 hatte Namibia begonnen, im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen in bestimmten Rechtsfragen anzuerkennen. Während es wenige Einschränkungen und Rechte kodifiziert sind, bleibt gleichzeitig die gesellschaftliche Akzeptanz gering und homophobe Übergriffe kommen im Alltag vor.
Das Jahr 2025 begann mit einer gewichtigen Gesetzesänderung in dem zwölft meistbesuchten Reiseziel Thailand. Während das Gesetz zur Legitimierung gleichgeschlechtlicher Ehe am 23.01.25 in Kraft trat, besteht in Thailand eine Tradition für Transsexualität, in dessen Zuge bereits seit 1975 geschlechtsangleichende Operationen durchgeführt werden. Neben dieser nun überfälligen Gesetzgebung ist Homosexualität bereits seit 1956 entkriminalisiert und in größeren Städten finden sich auch Clubs, die speziell auf die LGBTQ+-Community ausgerichtet sind. Außerhalb von touristischen Zentren und Städten kann es jedoch zu Diskriminierung und Anfeindung kommen, da im ländlichen Thailand konservativere Einstellungen vorherrschen können.
Auch Tschechien verzeichnet 2025 eine positive Entwicklung. Gleichgeschlechtliche Handlungen sind seit 1962 legal, und seit 2006 steht gleichgeschlechtlichen Paaren die eingetragene Partnerschaft offen. Seit Januar 2025 jedoch umfasst dies fast alle Rechte einer Ehe inklusive Stiefkindadoption. Die gesellschaftliche Akzeptanz ist somit weiter ausgebaut worden, eine Mehrheit der Bevölkerung befürwortet die vollständige Eheöffnung, auch wenn diese politisch weiterhin aussteht. Schutz vor Diskriminierung ist gesetzlich verankert, wenngleich spezielle Strafrechtsnormen gegen Hasskriminalität bislang fehlen. Insgesamt zeigen die Entwicklungen Fortschritte, auch wenn Handlungsbedarf beim Schutz vor Übergriffen bleibt.
In Deutschland besteht eine Tradition des Erstreitens von Rechten für die LGBT-Community und im November 2024 trat ein weiteres wichtiges Gesetz in Kraft, das die Inklusivität und geschlechtliche Selbstbestimmung weiter fördert. Das Selbstbestimmungsgesetz erlaubt seit 2024 erlaubt es transgender, nicht-binären und intersexuellen Menschen, einmal im Jahr ihren gesetzlichen Vornamen und ihren Geschlechtseintrag durch Selbstidentifizierung zu ändern. Außerdem wurde u.a. in Berlin 2023 „geschlechtsspezifische“ und „gegen die sexuelle Orientierung gerichtete“ Diskriminierung in den Tatbestand der Hasskriminalität aufgenommen, was Strafen auf Basis spezifischerer Tatmotive zulässt und somit Sichtbarkeit und Sicherheit erhöht. Denn die Gesellschaft ist in Deutschland zwar gegenüber der LGBTQ+-Gemeinschaft weitgehend tolerant dennoch treten Fälle von Homophobie/Transfeindlichkeit auf. Dagegen gibt es juristische Absicherung.
Ausgewählte Länder mit negativer Entwicklung
Mali ist oft in den unteren Rängen von LGBTQ+ Indizes wiederzufinden. Hintergrund sind gesetzlichen Rahmenbedingungen die bis Dezember 2024 vage formuliert und oft über „unsittliche Handlungen“ ausgelegt wurden. Im Dezember 2024 führte das Militärregime mit einem neuen Strafgesetzbuch explizit die Kriminalisierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen zwischen Erwachsenen ein (§ 325-1 und § 325-2), ein klarer Schritt in eine Verschlechterung. Parallel dazu verankerte die im Juni 2023 abgeänderte Verfassung die Ehe ausschließlich als Verbindung von Mann und Frau.
Auf Trinidad und Tobago bestehen bislang weder Anerkennung noch rechtlicher Schutz für LGBTQ+ Personen. April 2018 machte ein kurzer Lichtblick Schlagzeilen, als Kriminalisierung homosexueller Handlungen aufgehoben wurde. Die Abschaffung des „Buggery Laws“ wurde jedoch im März 2025 durch den Court of Appeal rückgängig gemacht und gleichgeschlechtliche Handlungen zwischen Männern erneut kriminalisiert, wenn auch mit reduzierten Höchststrafen von zwei bis fünf Jahren.
Auch der Irak findet sich stets unter den gefährlichsten Ländern für LGBTQ+ Reisende wieder. Im April 2024 verabschiedete der das Parlament Gesetze, die gleichgeschlechtliche Handlungen mit bis zu 15 Jahren Haft, “Förderung” von Homosexualität mit mindestens sieben Jahren und öffentliche geschlechtsidentitätsbezogene Ausdrucksformen kriminalisieren. Schutz vor Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung oder Identität besteht nicht. Außerdem besteht in der Gesellschaft wenig Akzeptanz für Personen der LGBTQ+ Community. Es kommt zu staatlicher Verfolgung durch Sicherheitskräfte, gesellschaftlicher Stigmatisierung und Online-Plattformen und Dating-Apps werden zunehmend zur gezielten Überwachung und Erpressung genutzt.
Homosexualität ist in Georgien seit 2000 legal und ein allgemeines Antidiskriminierungsgesetz gilt seit 2014, doch erließ die neu gewählte Regierung Georgiens im September 2024 das Gesetz „für Familienwerte und den Schutz Minderjähriger“, das gleichgeschlechtliche Ehe, Adoption durch LGBTQ+ Paare, geschlechtsangleichende Maßnahmen sowie öffentliche Darstellungen von LGBTQ+ Beziehungen untersagt. Außerdem verbietet das Gesetz Pride-Veranstaltungen und Regenbogenflaggen und erlaubt die Zensur von LGBTQ+ Inhalten in den Medien.
Mit Beginn der zweiten Präsidentschaft von Donald Trump ist den USA ein klarer Trend zur Einschränkung der Rechte von Transpersonen zu beobachten. Offizielle Position der Regierung Trumps ist die Ablehnung non-binärer Geschlechtsidentitäten und Transgeschlechtlichkeit. Dies äußerte sich im Januar 2025 in der Anordnung, dass keine neuen Reisepässe mit dem non-binären Geschlechtseintrag X mehr ausgestellt werden dürfen. Im Juni wurde diese Entscheidung dann durch ein Gericht aufgehoben und entsprechende Reisepässe können wieder beantragt werden. Die endgültige Entscheidung steht hier allerdings noch aus. Transpersonen sollen außerdem von dem Dienst in den Streitkräften ausgeschlossen werden. Auf Bundesstaatenebene weiteten zahlreiche Staaten Einschränkungen für geschlechtsangleichende Behandlungen bei Minderjährigen und Verbote von LGBTQ+ Inhalten an Schulen weiter aus, unter anderem Florida, Idaho, Indiana, Kansas, Kentucky, Louisiana, New Hampshire, Ohio, South Carolina, West Virginia und Wyoming. In Arizona, Arkansas, Florida, Iowa, Missouri, Oklahoma, Texas und West Virginia wurden non-binäre Geschlechtseinträge in offiziellen Dokumenten erschwert oder verboten. Gleichzeitig stärken liberale Bundesstaaten Schutzrechte weiter und gerichtliche Entscheidungen blockierten repressive Gesetze, unter anderem in Kentucky, Massachusetts, Montana und Ohio. Die Lage ist stark polarisiert: Während einige Regionen Sicherheit bieten, erleben andere eine deutliche Verschlechterung der rechtlichen Situation.
Ergebnisse der LGBTQ+ Umfrage zur Reisesicherheit
Die Einschätzungen basieren unter anderem auf den Ergebnissen der A3M LGBTQ+ Umfrage zur Reisesicherheit.